Schneise der Verwüstung

Auch in unserem Garten hat Kyrill gewütet und einer Tanne das Leben gekostet. Sie wurde in ihrem Fall allerdings aufgehalten von dem großen Ast einer Birke, der dann aber nicht mehr zu halten war. Also auch ab. Doch dadurch ist zum Glück kein Schaden an den umliegenden Gebäuden verursacht worden.

Heute morgen bin ich dann mal durchs Dorf gefahren. Nachdem ich gestern das derzeitig neue Dauergeräusch genießen konnte, die Kettensäge, vermutete ich diverse Schäden.

Tja und dann sah ich die Schneise der Verwüstung, die dieser Kyrill hinterlassen hat. Wir sind mit dem Tännchen da wirklich absolut glimpflich davon gekommen. Abgedeckte Dächer, entwurzelte Bäume, die auf Dächern lagen und diese zerschlugen, verbogene Zäune, zerbrochene Palisaden, und jede Menge Kleinholz.

Wir hatten am Freitag abend zwei Stunden keinen Strom hier in der Region. Dank unseres Minischiffsgenerators saßen wir dann bei Licht und Radio und warteten auf das Ende des Sturmes. Es hat dermaßen geheult, das war so gespenstisch. Aber wir sind, wie gesagt, diesmal glücklich davon gekommen.

Eine Winterrose

Wann blühen Anfang Januar schon mal Rosen? Dieses Jahr blühen Anfang Januar Rosen. Am Neckarstrand in Heidelberg. Bei sonnigen 16 Grad spazierten wir mit den Hunden am Ufer entlang und ich entdeckte eine blühende Hecke.

Meine Schwester in Bahrain friert, da ist es viel viel kälter als sonst in diesen Zeiten üblich. Dort gibt es ja keine Heizung, so wurden Radiatoren en masse bestellt, alle ausverkauft. Nun sitzt die ganze Familie mit dicken Pullovern beisammen.

Ist das jetzt schon der Klimawandel oder ist das einfach nur normal ab und an?

Heidelberg heilt kranke Herzen

Wir, mein Mann und ich, waren spontan in Heidelberg. Spontan ist gut, es war spontan geplant und lange ersehnt und von mir trickreich durchgeführt. Der Mann, der meinige, ist nämlich krank. Krank am Herzen. Seit einem Jahr schon. Es wurde immer schlimmer, aber was ein echter John Wayne ist, der geht ja nicht zum Arzt, das machen doch nur Weicheier 😦

Da ich mein geliebtes Hartei ja nun kenne, habe ich mir einen Trick ausgedacht und siehe, Donnerstag fuhren wir dann endlich nach Heidelberg zu seinen Ärzten. Für alle, die dort in der Nähe wohnen und Ärzte mit ganzheitlichem Ansatz suchen

Dres. Gabriele und Dieter Jung

sehr zu empfehlen. Wir waren alle vier in der Praxis, ja, sogar die Hunde durften mit!!

Danach waren wir sehr erleichtert, endlich ein Behandlungsplan, endlich fängt er mit der Gesundung an, wir haben lange miteinander geredet, altes aufgearbeitet, so eine Krankheit hat ja immer einen Sinn. Auch für eine Beziehung.

Hajo hat 30 Jahre in Heidelberg gelebt und ist dort zur Schule gegangen. Er kennt es nun sehr gut und wir waren schon oft dort. Ein schönes Städtchen. Wir haben uns nicht nur um sein Herz gekümmert, sondern ich habe auch mal wieder darüber nachgedacht, wie warum und wieso und wer überhaupt bin ich. Warum habe ich Jura in Köln studiert, an dieser Massenuni, warum bin ich nicht nach Heidelberg gegangen?

Ich komme der Antwort immer wieder ein Stückchen näher. Ein Teil von mir hätte in Heidelberg, New York und Rio de Janeiro studiert, der andere Teil hätte sich niemals aus dem Haus getraut. Die Mitte davon ist eben Köln.

Was schrieb mir Panta Rhei: What you need to know about the past is that no matter what has happened, it has all worked together to bring you to this very moment. And this is the moment you can choose to make everything new. Right now.

Ich habe lange darüber nachgedacht. Und ich glaube, es stimmt. Alles zusammen hat mich zu der gemacht, die ich bin. Hat mich dahin gebracht, wo ich jetzt bin. Und doch tut es mir gut über die beiden Teile in mir nachzudenken, die eine, die mit fliegenden Fahnen nach Rio gerannt wäre, laut jubelnd über das sonnige Leben, die andere, die ängstlich die Luke nach draußen öffnet und das Haus möglichst nicht verläßt.

Ich bin beides. Es hat einen Grund, warum ich beides bin. Das habe ich erkannt und ich bin dabei, es zu verarbeiten.

In solchen Augenblicken finde ich das Leben wundervoll.

Hunde im Hotel:

It’s over now


Es war ein schönes Fest. Wirklich. Und der Baum der Erinnerungen war wunderbar. Wir haben es uns wie immer sehr gemütlich gemacht. Nun hat das neue Jahr angefangen, es ist warm wie im Frühling, ein wenig weihnachtlich ist mir zwar immer noch, aber es ist nun vorbei. Langsam.

Auch wenn ich ihn noch stehen lasse, den Baum. Ein paar Tage. Er ist sehr schön.