die Dame mit dem Notebook

Nun bin ich also bekannt im Wasgau ;-)) wir waren heute abend hier im Dorf essen, wie gesagt, 600 Seelen leben hier, wir waren beim Nickolaus, so sagt man in Hochdeutsch, hier heißt das Belzenickel. Ein modernes Restaurant, was so gar nicht in die Pfalz passt, aber es war schön dort und das Essen war gut. Die Besitzerin jedenfalls schaute mich an und sage, aajoooh, ssiii ssinn die Dohme mit derer Noootbuck. Man sieht mich also immer auf der Terrasse sitzen. Hier bleibt nichts verborgen, auch eine benotbuckte Dame nicht ;-)))))))

neidische Tanten und studierende Nichten

Meine Nichte Mariam geht nun essen, mit ihrer Mutter, welche meine Schwester ist, mit der ich bis eben gechattet habe. Die beiden hocken nämlich in London in Mariams neuem Zimmer, welches sie heute bezogen hat, weil sie doch jetzt an der Brunel University studiert. Mariam musste einen Aufsatz fertig schreiben und so lange hatte ihre Mutter nun Zeit und ging mal ins Internet, dort ist alles vernetzt, und da ich hier in der Pfalz ja auch vernetzt bin, haben wir uns gesehen, ist das nicht großartig?!!

Ihre bahrainische Freundin wohnt genau unter ihr, besucht aber andere Kurse, erst im nächsten Jahr sind sie zusammen. Aber so ist sie nicht alleine, das ist doch auch toll. Meine Schwester erzählte mir, wie sie Mariam heute morgen mit ihrer Tasche zur Uni laufen sah, so voller Energie und sprühendem Leben und Wissbegierde. Ihr Traum hat sich erfüllt, Mariams, sie wollte immer im Ausland studieren, wollte immer in die Welt hinaus, nun hat sie es geschafft. Sie ist so stolz und glücklich!! Ach wie ich sie beneide!! Als ich meinen Eltern sagte, dass ich studieren wollte, brach ein Drama los. Weil ich doch vorher eine Ausbildung gemacht hatte und nun hatte ich eine Stelle und studieren ist überflüssig. Sagten sie. Jedenfalls mein Vater. Der sich nicht damit abfinden wollte, dass ich mich habe entlassen lassen.

Die Unterstützung, die Mariam wie selbstverständlich erhält, sie sieht es gar nicht als großartige Unterstützung an, für sie ist es rein logisch, dass sie studiert, die hätte ich auch gerne gehabt. Alleine schon das Interesse, was ihr aus ihrer Familie entgegen gebracht wird, die Freude, die mit ihr geteilt wird.

Meine Schwester hat auch so kämpfen müssen, sie ist ja Aupair geworden, zunächst, das war schon ein Kampf. Sie wusste damals noch nicht, dass sie studieren wollte, oder was genau, sie wollte auf jeden Fall perfekt Englisch sprechen lernen. Also hat sie in England erst Aupair gemacht und dann eine Sprachenschule besucht und nebenher gearbeitet, bis sie die höchste Abschlussstufe erreicht hatte, die man braucht, um an einer Uni in England studieren zu können.

Sie hat dann in Köln Germanistik und Arabistik studiert und wir haben zusammen gewohnt. In den Osterferien ist sie dann nach London zurück, ein paar Tage wollte sie dort Urlaub machen. Ich weiß es noch wie heute, wie ein Anruf kam, schick mir sofort per Express alle meine Zeugnisse, ich bleibe und studiere hier!! Und dann war sie fort. Ich kramte in ihren Unterlagen, fand alles, raste zur Post, bezahlte ungeheure Gebühren, damit die Unterlagen zwei Tage später bei der Uni waren, da lief nämlich die Bewerbungsfrist ab. Es hat alles geklappt.

Und nun studiert ihre älteste Tochter auch in London.

Ich finde das großartig!! Ich sehe Mariam strahlen, ich weiß, wie begeistert sie sein kann. Es freut mich so sehr für sie. Wenn sie sich dort eingelebt hat und es ihr nicht mehr peinlich ist, dann geht die alte Tante sie mal besuchen ;-))

Und wir hatten heute einen wunderschönen Tag in der Pfalz, wir haben in einem Gartenlokal gesessen, saure Weinschorle getrunken und einfach die Seele baumeln lassen. Hat auch was. Unsere Hunde immer dabei, dann sind wir spazieren gegangen, haben Pilze gefunden und noch gut gegessen. Dieser Urlaub ist wirklich wirklich sehr nötig!!

die Aussicht vom Balkon

Nun sind wir im Urlaub, in der Pfalz, in Dernbach, ein nettes Örtchen am Ende vom Nirgendwo, so kommt es uns jedenfalls vor. Dorfidylle pur. Ich liebe ja sowas. Und ich hocke auf dem Balkon umgeben von schnuckeligen Häuschen und genieße die Freiheit, mal nicht arbeiten zu müssen. Auch wenn ich gerne arbeite, aber mal nicht müssen ist auch toll!!

Ich habe den Compi mit, so eine Windoofkiste, weil ich dort die Fotos, die ich mit meiner neuen Diggipiggi machen wollte, mit der kleinen handlichen, abends dann dort aufspielen wollte. Und zu Hause dann auf Flickr übertragen, hier habe ich ja kein Internet… dachte ich. Naja, ich habe die Diggipiggi liegen lassen, dafür die große mit, aber dafür kein Datenkabel, grrr, und es gibt doch wahrhaftig noch Trollos, die ihre Einwahlrouter ungeschützt lassen, so dass so alte Hacker wie ich wenigstens surfen und mailen können, hat doch was ;-))

Und da ich zufällig auch noch eine alte WebCam mithabe, kann ich sogar ein Foto ins Netz stellen, hat doch auch was ;-))))

Urlaub ist echt was schönes, ich hatte ihn verdammt nötig, nein, WIR hatten ihn verdammt nötig. So ein kranker Mann hat’s nicht leicht und mit einem kranken Mann hat’s man nicht leicht, aber hier geht es uns besser. Wir hatten es dringend nötig, miteinander, diesen Urlaub!!

OH ich liebe sie!!!!!!!!!!!

Als ich klein war, wohnte ich mit meinen Eltern im Haus meiner Großeltern und hatte da ein Schlafzimmer, mein Bett stand unter der Schräge und an der Schräge war diese Tapete. Ich habe sie geliebt. Nun gehört das Haus mir und das Zimmer ist meine LeseSchreibEcke geworden und dafür suchte ich über ein halbes Jahr nach dieser Tapete. Dann fand ich sie im ORIGINAL in einem Laden in London, für 18 Euronen die Rolle, also im Internet, ich musste sie sofort kaufen, sofort, keine Chance, ich habe zwei Rollen erstanden, mehr gabs glaube ich auch nicht mehr. Das war letztes Jahr. Nun wird das Zimmer endlich renoviert, der Teppichboden ist schon rausgerissen, wird jetzt abgeschliffen, dann wird gestrichen und dann kommt an die Schräge wieder diese Tapete. Ist das nicht GENIAL? Und an die anderen Wände kommt das dunkle rot. Und ein grüner Sessel kommt dahin. Und das große Zimmer wird mit dem Weiß gestrichen, was da auch in der Tapete ist, so eierschalenmäßig. Jedenfalls kein hartes Weiß. Und der Holzboden wird natur bleiben. Nur mit Parkettlack lackiert. Und in dem kleinen Zimmer, was in das große Zimmer übergeht, da kommen die alten dunklen Möbel meiner Tante und meiner Oma rein, also nur ein Tisch und ein Beistelltisch. Dazu dann der grüne Sessel. Boah wird das gut. Das wird meine „alte Ecke“, ich liebe doch das alte, von früher. Der Rest des Zimmers wird IKEA, ich liebe nämlich auch IKEA, ein grünes Sofa, was es heute nicht mehr gibt und ein toller massiver großer Holztisch, gibt es auch nicht mehr, ein Kaminofen, damit ich es mir im Winter bollerig warm machen kann, ein Apothekerschrank mit viel Zeug, ich liebe ja Zeug, ach ich freu mich auf dieses Zimmer, oder diese Zimmer, es waren ja mal zwei, mein kleines Schlafzimmerlein und ein Wohnzimmer, mein Vater hat da ein Zimmer draus gemacht. Ich freu mich wirklich.

Jetzt erstmal Urlaub in der Pfalz, in der Zeit wird der Holzboden abgeschliffen, Anfang November will ich mit allem fertig sein. Dann gibt es Bilder. Bis dahin ist noch einiges zu tun, doch es muss sein, der Weg ist das Ziel, auch hier, ich muss mich von so vielem altem Ballast lösen, was ich jetzt kann. Endlich!!

Und Schottenmuster ist einfach GENIAL!!!!

Nein und Amen – Sinn des Lebens mal anders betrachtet

Meine liebe Großmutter, väterlicherseits, brachte mir schon als kleines Mädchen die wirklich wichtigen Dinge des Lebens bei. Ich entschloss mich mit ca. 5 Jahren, ich werde nun Kirchgängerin. Meine Freundin, die Tochter des Dorfmetzgers, der seinerseits Presbyter war, musste nämlich jeden Sonntag in die Kirche und ich fand dieses „muss“ irgendwie gut. Pflichten. Ich hatte mit 5 ja noch keine und wollte nun welche haben.

Kirche war für mich mit weißer festlicher Kleidung verbunden und so musste meine Großmutter alles an weißem Stoff zusammen klauben, was ein kleines Mädchen so anziehen kann. Ich ließ mich auf keinerlei Kompromisse ein, weiß war die Farbe, die ich zu diesem feierlichen Anlass tragen wollte.

Nachdem ich nun in ein weißes Mäntelchen gehüllt war mit weißen Strumpfhosen und weißen Lackschühchen, zog ich fröhlich los, es galt eine Pflicht zu erfüllen und ich wollte nun auch christlich werden. Christen haben viele Pflichten und das erschien mir in meinem bisher weitestgehend pflichtenlosen Leben sehr erstrebenswert.

In der Haustüre schaute meine Großmutter mich noch einmal streng an und sagte: „Versprich mir, dass du sofort nach Hause kommst, wenn es langweilig wird, die erzählen da nämlich zuweilen komische Dinge, die nicht für Kinder geeignet sind!“. Ich versprach es und lief zum Kirchturm.

Es dauerte keine halbe Stunde und ich stürmte aus der Kirche, was einen Besuch des Pfarrers zur Folge hatte, der jedoch meine Großmutter von rein gar nichts überzeugen konnte, schon gar nicht davon, dass kleine Mädchen sich „diesen Blödsinn“ bis zu Ende anhören müssen.

So habe ich es bis heute gehalten, ich bin ein Heidenkind geblieben. Ich halte es da mit Uta Ranke-Heinemann:

  1. Die Bibel ist nicht Gottes-, sondern Menschenwort.
  2. Dass Gott in drei Personen existiert, ist menschlicher Fantasie entsprungen.
  3. Jesus ist Mensch und nicht Gott.
  4. Maria ist Jesu Mutter und nicht Gottesmutter.
  5. Gott hat Himmel und Erde geschaffen, die Hölle haben die Menschen hinzuerfunden.
  6. Es gibt weder Erbsünde noch Teufel.
  7. Eine blutige Erlösung am Kreuz ist eine heidnische Menschenopferreligion nach religiösem Steinzeitmuster.

Jeder sollte so eine Oma haben wie ich!!

Mutters Paradiesgarten

Ich bin zurück aus dem Wendland und kann nun weiter über den Sinn des Lebens nachdenken, aber erstmal ist heute Freitag und Wochenende ist angesagt. Aus meinem Zimmer ist der Teppichboden rausgerissen, jetzt muss der Holzboden freigelegt werden. Irgendwie eine unendliche Arbeit, aber ich habe schon Tapeten für die Schreibecke. Meine geliebten Schottenmustertapeten, im Original!! Aus England. 45 Jahre alt!! 18 Euronen die Rolle, aber das war es mir wert. Fotos gibt’s, wenn alles fertig ist.