Kostbar

Dieses Musikvideo von Peter Gabriel hatte ich auf den Seiten meines verstorbenen Mannes verlinkt und seiterzeit gelöscht, weil Abmahner unterwegs waren und es noch keine letztinstanzliche Entscheidung dazu gab. Nun hat der Europäische Gerichtshof entschieden, es ist erlaubt. Und als ich das hörte, fiel mir das Musikvideo wieder ein.

Ich finde es wunderschön. Und es macht mich traurig. Denn als ich es einstellte, da war ich Witwe geworden, und mein Ziel, mit meinem Mann gemeinsam alt zu werden, hat sich nicht verwirklichen lassen.

Aber es macht mich nicht nur traurig. Denn zu meinem Leben gehört wieder ein Mann, mit dem ich mir vorstellen könnte, gemeinsam alt zu werden. Ich liebe diesen Gedanken, dieses Gefühl. Diese Vorstellung. Kostbar. Das ist das Wort, das mir dazu einfällt, kostbar!

Guten Morgen aus der Stadtwohnung

Liebe Bloggemeinde, es geht mir langsam besser. Sogar meine Stimme erholt sich wieder, die vorgestern fast weg war. Es ist schön, wenn man einen Liebsten hat, bei dem man sich ausruhen kann. Und auf seinem Sofa liegen und lesen:

den zweiten Band einer Trilogie, Psychothriller, ich liebe sowas!! Ich habe schon alle Wallander-Krimis in mich aufgesogen 😉 die Darstellung der Charaktere, es gibt Autoren, die können es einfach!

Nun aber schnell einen Kakao gemacht und ab auf’s Sofa, gibt es jemanden, der Interesse an den Büchern hat? Wenn ich alle drei gelesen habe, gebe ich sie gerne weiter. Krimis lese ich nur einmal und mein Landhaus quillt schon über vor Büchern, ich habe einfach keinen Platz mehr, an jeder verfügbaren Stelle hängen Regale…

😉

wieder daheim

Das schicke ich gleich vorweg: der Urlaub war schön!! Der letzte Tag war sonnig, als machte uns die Mosel ein Abschiedsgeschenk, wir gingen noch viel spazieren und entdeckten einen Garagenflohmarkt, auf dem wir wunderschöne Bücher erstanden und alte Lithographien, mit denen mein Freund demnächst seine Wohnung verschönern wird.

Nur: ich habe mich erkältet, bzw. wir haben uns erkältet und mich hat’s etwas schlimmer erwischt und jetzt hocke ich in meiner Wohnung und huste. Also morgen erstmal Doc. Auto kaputt und Doc. Super.

Diese alten Emka-Becherchen – wer kennt sie noch? – habe ich schon vor einigen Jahren erstanden, ich finde sie einfach schrill, meine Mutter hatte solche und ich wollte immer damit spielen, durfte es aber nicht. Nun habe ich eigene 😉 und will nicht mehr spielen 😉

Jetzt gehe ich erstmal mit meinem kleinen Hund, denn ob Erkältung oder was auch immer, das Kerlchen muss raus.

Wünsche Allen eine gute Nacht!

Ausflug

Da waren wir heute, auf der Burg Eltz. Sehenswert. Wenn man sich vorstellt, wie die Menschen früher gelebt haben, also die, die reich waren. Wie die „normale“ Bevölkerung gelebt hat, das will ich gar nicht wirklich wissen.

Wir haben heute Mittwoch, der Urlaub neigt sich so langsam dem Ende zu, es schleichen sich Gedanken über mein kaputtes Auto ein… der Alltag rückt in greifbare Nähe. Samstag sind wir bei Freunden eingeladen, ein ganz neues Gefühl für mich. Alltag. Anderer Alltag. Nicht nur, weil meine Krankheit vieles verändert hat. Babs Post hat mich heute sehr berührt.

immer wieder loslassen

Ich kann das Loslassen nicht loslassen 😉 jedenfalls denke ich derzeit viel über loslassen nach. Gestern abend hatten mein Freund und ich ein langes Gespräch darüber. Was wir loslassen müssen, was wir im Laufe unseres Lebens schon alles haben loslassen müssen, wollen. Gewohnheiten. Menschen. Möbel. Wohnungen… da kommt eine Latte zusammen.

Auf dem Bild ist Sperrmüll zu sehen, den ich kurz vor meinem Urlaub noch entsorgt habe. Da sind Dinge bei, von denen ich nicht glaubte, mich jemals davon zu trennen. Die mir mal wichtig waren. Die auch mit Menschen zusammenhingen, die mir wichtig waren. Es immer noch sind. Auch wenn sie, wie meine Tante, lange nicht mehr leben.

Die Vergangenheit hinter sich lassen. Hört sich paradox an. Weil sie liegt ja schon hinter einem 😉 aber sie kann noch verdammt präsent sein und die Gegenwart erschweren. Loslassen. Es war ein seltsames Gefühl, als mein Freund mit seinem Sohn diese Dinge an mir vorbeitrug, sie haben mir geholfen, weil ich das alleine wirklich nicht mehr kann (auch etwas, wovon ich mich verabschieden musste), und bei jedem Teil war da so ein Stimmchen in mir, was hätte sagen mögen „ach das kann aber noch bleiben…“

Ich habe es loslassen können, letztendlich waren es nur alte Möbel 😉 aber sie hatten eine Bedeutung gehabt und die Menschen, mit denen ich das verband, waren mir sehr wichtig. Sind es immer noch. Aber ich habe nun ein neues Leben, in meinem Leben gibt es einen neuen Mann. Der mir sehr wichtig ist. Und, seit vielen Jahren, sage ich wieder den Satz: ich möchte nicht mehr ohne Dich!

Das mir das noch mal über die Lippen kommt… 😉

wenn Leben sich trennen

Dies bin ich, in einem Moselörtchen, mit meinen kleinen Hündchen, fotografiert von meinem Freund. Den ich meinen Liebsten nenne, weil er mein Liebster ist. Wir bauen uns grad ein gemeinsames Leben auf. Wir sind älter, gemeinsam sind wir 124 Jahre alt, was eine ganze Menge ist 😉

Was aber auch heißt, dass wir einiges mitbringen. Wir sind nicht mehr jung und wir haben viel zu erzählen. Und viel erlebt. Ich bin geschieden. Annopief. Als ich noch jung war. Diese Ehe war nett, aber ein Irrtum. Dann habe ich die Liebe meines Lebens geheiratet, wir waren füreinander bestimmt. Und dann starb er. Und ich war Witwe.

Und ich habe niemals geglaubt, dass ich noch mal mit einem Mann glücklich sein werde. Niemals. Und nun bin ich es.

Glück

Wir haben ein ungewöhnliches Ferienhaus gefunden, von einem Künstlerehepaar, die dieses ehemalige Winzerhaus als ihr Domizil auserkoren. Bis es ihnen künstlerisch zu klein wurde und sie sich was größeres suchten und dann dieses Haus kurzerhand zu einem Ferienhaus machten, schaut es Euch selber an, es ist wundervoll

und vor dem Haus steht diese kleine Skulptur, in die ich mich verliebt habe 😉 ich weiß auch nicht warum, aber sie gefällt mir:

Ich lese grad viel auf meinen Lieblingskrebsblogs über Glück, was ist Glück, was bedeutet Glück für jede einzelne von uns. Seit meiner Erkrankung denke ich intensiver darüber nach. Und ich habe gelernt, im Augenblick zu leben. Ich habe es lernen müssen, denn auf einmal wusste ich nicht mehr, wieviel Augenblicke mir noch bleiben. Machen wir uns nichts vor, das weiß keiner von uns, wir verdrängen es nur, diese Unwissenheit.

Mein Leben hat sich um ein zweibeiniges Glück erweitert. Und mein vierbeiniges Glück schaut mich grad an, als wolle er sagen, hör auf so ein Zeug zu tippern, geh lieber mit mir raus…

…und auf das Glück soll man ja bekanntlich hören…

Tipp

 ichtuchDa sitze ich und probiere ein Tuch aus, was zwei Jahre zuvor kein ausprobieren war, da hatte ich solche Teile ständig auf dem Kopf, weil mir die Haare fehlten. Die waren fort. Sie sollten zurückkokmmen, was sie ja letztendlich auch taten und ich war mir dessen auch sicher, aber ein halbes Jahr, ein knappes halbes Jahr rannte ich ohne Haare rum. Jedenfalls gefielen mir einige Turbane so gut, dass ich dachte, das kannste ja auch machen, wenn du wieder Haare hast… ich habe es nie gemacht.

Ich habe mir die haarlose Zeit schlimmer vorgestellt. Wirklich. Als junges Mädchen war das für mich gleichbedeutend mit Hölle. Ohne Haare war tiefste Hölle. Und als ich sie dann hergeben musste, für eine Weile, da war es fast normal. Das hört sich sehr abgeklärt an, aber ich meine es wirklich so, es war fast normal, Mutter hatte das schon durchgemacht, so viele hatten es durchgemacht, warum sollte ich es also nicht auch schaffen.

Ich habe es geschafft. Es ist mir nicht schwer gefallen. Ich war heilfroh, als sie wieder gewachsen sind. Und weil ich die hälfte weiß hatte und die hälfte dunkel, sah ich aus wie von Ratten abgefressen, was ich FURCHTBAR fand, einfach nur FURCHTBAR! Also habe ich die 3 mm Stoppeln gefärbt. Was dann zwar ungewöhnlich kurz aber doch gut aussah.

Am liebsten würde ich mich mal mit weißen Haaren sehen, ob das wohl gut aussieht? Ohne Chemo hätte ich sie mir nie gefärbt, nicht weil ich es ablehne, ich hatte einfach keinen Gedanken daran. Aber so rattenabgefressen war einfach nur schrecklich.

Und so überlege ich, was soll ich tun.

Weiße Haare sind schön, das kann man hier sehen, bei meiner Freundin

http://beateknappe.de/silbergrau/

die grad eine Aktion macht und einen Ausstellungsraum sucht für ihr Projekt. Hat jemand einen Tipp?

Vorfreude die 2.

Das war auf Santorin, Sonnenaufgang, einfach nur himmlisch!! Ich liebe das Meer. Und die Stimmung war wirklich schön!! Aber das hat nichts mit meiner Vorfreude zu tun, also Santorin 😉 ich werde da bestimmt noch mal hinfliegen, doch demnächst geht es erstmal an die Mosel. In das Haus eines Künstlerehepaares, was sehr phantasievoll eingerichtet ist, darauf freue ich mich wie jeck!

Und damit mein Haus nicht so alleine ist 😉 zieht ein Freund ein, der eine Auszeit braucht. Wie gut, dass es groß genug ist für Freunde und Auszeiten aller Art! Derzeit brauchen scheints viele Menschen eine Auszeit, denn auch wir brauchen eine. Es war so viel los in meinem Leben, durchaus gutes, aber auch oft sehr anstrengend.

Und mein kleines Prilblumenauto ist kaputt 😦 ich werde mir ein neues kaufen, so eins mit elektrischen Bequemlichkeiten, mit Standheizung und am besten noch mit Fahrer 😉 wo ich dann einfach nur einsteige und sage, wo ich hinwill und dann…

Man wird ja wohl noch träumen dürfen… 😉

Vorfreude

Das ist mein Vorfreudezimmer, da, wo der rote Sessel steht, da stand früher unser Weihnachtsbaum, Oma hat ihn immer gleich, mit silbernen Kugeln und Lametta, geschmückt. Ich habe diese Weihnachtszeit geliebt und ich liebe sie heute noch. Nur dass da kein Baum mehr steht. Der passt da nicht mehr hin, aber ich werde ein Plätzchen für ihn finden 😉 Und das hier, das sind meine kleine Schwester, unsere Oma und ich 1965
Und ja, ich freue mich auf die Weihnachtszeit, ich freue mich auf meinen kleinen Baum, ich freue mich auf meinen Liebsten, mit dem ich gemeinsam diese Zeit genießen werde.
Vorfreude ist schön!

Abschiede

Heute denke ich über Abschiede nach, nein, stimmt nicht, ich denke schon länger darüber nach. Es hat mit meinem Großelternhaus zu tun, dem Haus, in dem ich lebe, was ich verschenkt habe Ende letzten Jahres. Und was doch immer mir gehört. Weil ich dort zu Hause bin. Ich glaube, es wird, egal wo ich bin, immer mein zu Hause bleiben. Und es hat mit meiner Mutter zu tun.

Dort, bei meinen Großeltern, habe ich eine sehr glückliche Kindheit verbracht. Meine Mutter ist ab und an auch in meinen Erinnerungen, aber nur sehr schemenhaft, das meiste habe ich wohl verdrängt, weil es nicht schön war. Ich hatte es schwer mit meiner Mutter, aber da bin ich nicht die einzige, mit ihr hatten es viele Menschen schwer. Und natürlich habe ich sie geliebt, sie war meine Mutter. Ich hatte nur diese eine und ich wollte sie lieben. Sie liebte mich auch, aber ihr schweres Schicksal hat so viele Verkrustungen auf ihrer Seele hinterlassen, dass es manchmal unmöglich war, davon etwas zu spüren.
Anfang des Jahres habe ich meine Mutter aus diesem Leben verabschiedet, sie war schon lange nicht mehr da, der Alzheimer hatte sie mit fortgenommen, aber er hatte, zu Beginn ihrer Erkrankung, auch das Böse fortgenommen und so bin ich dem Schicksal dankbar, meine Mutter einmal anders erlebt zu haben. So, wie ich mir immer eine Mutter wünschte. Kurz war unsere schöne Zeit und geprägt von ihrer immer weiter fortschreitenden Krankheit, aber sie brachte uns näher, als wir jemals einander waren.
Im Sarg, in dem sie lag und wo ich sie ein letztes Mal besuchte, fiel alles ab. Alles, was uns belastete, fiel ab. Ich habe sie in Frieden gehen lassen können. Und es war gut so.
Dieses Haus, mein zu Hause, verbinde ich nicht mit meiner Mutter, es ist nicht ihr Platz und vielleicht war es das auch nie. Sie hat sich dann mit Vater ein eigenes Haus gebaut, da habe ich sie spüren können, doch bei „mir“ zu Hause nie.
Gestern war sie allerdings bei mir, ich trug ihren großen Ring, ich brauchte ihren Schutz, bei den vielen Untersuchungen, die anstanden, die meine Mutter auch hat durchmachen müssen. So schwierig es auch war in unserem Leben, wir haben viele Dinge geteilt. Gute und schlechte. Sie war dabei, als ich die guten Ergebnisse bekam, sie war in meinen Gedanken.
Sie war meine Mutter.