Wenn, dann.

Wie schön geschrieben:

Disputnik

Wenn man nicht noch die Nase hätte putzen müssen, dann wäre man früher aus dem Haus gekommen und hätte das Pony mit den kurzen Beinen nicht gesehen, das zügellos über die Straße lief.

Wenn man nur einen halben Meter weiter rechts gegangen wäre, dann wäre man nicht auf dem Glatteis ausgerutscht.

Wenn man nichts gesagt hätte, dann hätte es vielleicht nichts mehr zu sagen gegeben.

Wenn das Auto nicht auf der Brücke angehalten hätte, dann wäre man vielleicht gesprungen.

Wenn man nicht früher nach Hause gekommen wäre, dann hätte man die damalige Freundin nicht mit dem Nachbarn im Bett erwischt und hätte nicht ihre gesamte Garderobe aus dem Fenster geworfen.

Wenn man nicht in jenem Moment aus dem Fenster gesehen hätte, dann wäre gar nicht aufgefallen, dass eine Wolke einen Moment lang die Form eines Pudels hatte.

Wenn man nicht den Zug verpasst hätte, dann wäre man nicht noch unterwegs…

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Bits und Bytes und Rehbeinchen

Vor 9 Jahren habe ich für die damalige Kreativ-Akademie von Beate Knappe einen Text geschrieben, ein kleines Gedanken-Rollenspiel, den habe ich heute wieder gefunden und möchte ihn Euch nicht vorenthalten, was ist das lange her!! Damals war ich noch in der Computerbranche aktiv, das ist ja bald schon gar nicht mehr wahr 😎

Gestern Abend habe ich eine sehr interessante Sendung über das Internet, über Viren und Würmer und die globale Bedrohung… über schreckliche Computerdinge gesehen. Gut gemacht, verdammt gut gemacht, natürlich sagte mir all das was, wusste ich, was der Mann meinte und was uns in der Zukunft erwartet. Ich habe mal mitgewirkt bei dem ganzen Kram…

…lange her, verdammt lang her… und ich habe noch ganz andere Dinge mit [K]omputern gemacht, was mir vielleicht sogar viel mehr Spaß machte… 😉

Und hier geht’s zum Gedankenrollenspiel mit Rehbeinchen ➤

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Schreibwerkstatt

IMG_3278Meine kleine Schreibwerkstatt, ach wie ich sie liebe!! Sie hat ihre eigene Geschichte, an die ich mich immer wieder gerne erinnere und die auch jedesmal mit dabei ist, wenn ich hier bin. Es ist halt mein Zuhause und nirgendwo fühle ich mich so wohl wie hier. So viele Erinnerungen sind an dieses Haus geknüpft, hier starb mein Großvater, in dem Zimmer, was heute mein Wohnzimmer ist, an der Stelle, wo mein Fernseher steht. Es ist wirklich mein Zuhause.

Hier sitze ich nun und schreibe diesen Beitrag. Wie man an den Monitoren sieht, mache ich hier noch viel mehr, aber das ist ein anderes Thema. Und jetzt mache ich Feierabend, wünsche der Welt da draußen noch einen schönen Abend!

Krimi aus Israel mal anders gesehen 😎

IMG_3246-001Mein Lieblingsmann bei einer seiner Lieblingsbeschäftigungen 😉 das kann er ständig und überall und wenn wir so auf Besichtigungstour sind, dann höre ich neben mir immer klickklick 😊 doch dafür gibt es am Ende des Tages auch wunderhübsche Fotos. Das Foto hier aber habe ich gemacht, wie man sieht. Da waren wir in Aachen und haben den imposanten Dom besichtigt. Das war schön.

Doch das wollte ich gar nicht erzählen, ich wollte von meinen Gedanken berichten, die ich gestern beim anschauen des (wirklich guten!) Krimis „Shalom Berlin“ hatte. Die Kommissarin Sara ist in der zweiten Folge offensichtlich bereits mit ihrem David verheiratet, jedenfalls wird sie von einem Kollegen nach Hause gebracht, der ein aus seiner Vergangenheit stammendes negatives Gefühl bei David auslöst und dann gehen beide ins Haus.

Sie gingen nicht händchenhaltend verliebt… lalelu… sondern es gab da ja eine Spannung. Und doch, diese Szene hat mich sehr angerührt. Ich kann jetzt nicht mal mehr genau sagen, warum, aber…

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Erinnerungen und die Liebe

bunt-001Gestern hatten wir Jahrestag, mein Freund und ich 😎 zwei Jahre sind wir schon zusammen, unglaublich ist das, es kommt mir alles so wie gestern vor, wirklich. Ja, am Internationalen Frauentag sind wir das erste Mal miteinander spazieren gegangen, am Rheinufer. Die Sonne schien und es war wunderschön!

Das Bild wurde ein Jahr zuvor aufgenommen, im Zimmer meiner Mutter im Pflegeheim. Die akute Krebsbehandlung lag hinter mir und ich hatte wieder eine echte Frisur 😎 Doch ich war geschafft, ich glaube, das sieht man. Die Zeit war nicht leicht. Wirklich nicht. Es waren harte Jahre gewesen, die ich hinter mir hatte und ich wollte wieder in die Sonne. Ich wollte den Sommer riechen und die Liebe fühlen.

Das ist mir gelungen 😎 auch wenn wir beide wirklich harte Zeiten hinter uns haben. Aber jetzt geht es uns gut, was sagt mein Freund immer „ich bin ein glücklicher Mann“ 😄 und ja, da stimme ich ihm zu, ich bin eine glückliche Frau!

Krebs ist kein Pappenstiel (was ist das überhaupt, ein Pappenstiel?) und eine fürchterliche Trennung kann auch an die Nerven gehen. Aber wir schlagen uns tapfer und wir lassen uns nicht unterkriegen. Heute haben wir die Flüge nach Edinburgh gebucht. Nein, unterkriegen lassen wir uns nicht!

warum…

…sind wir nicht, wie alle sind, verlieben uns ineinander und ziehen gefälligst zusammen, in ein schönes Häuschen und teilen Tisch und Bett, Rente und dreckige Handtücher, ich mach die Wäsche und er betankt das gemeinsame Auto? Warum um alles in der Welt müssen wir das „französische Modell“ leben, ist doch viel teurer mit zwei Wohnungen und wenn man sich sehen will, muss man sich verabreden…

Nein, nein und nochmals nein, ich will nie wieder „ein Geld“ haben! Ein Geld? Das muss ich Euch erzählen 😎

Ich war jung und frisch verliebt, das ist jetzt 33 Jahre her 😮 also sehr jung und verliebt. Mein damaliger Freund und späterer Ehemann und ich wohnten in einer Wohngemeinschaft, zusammen mit meiner Freundin. Und wir hatten ein Haushaltsbuch. Mit drei Spalten. Sie, er, ich. Wie das so ist in Wohngemeinschaften. Und wir waren so verliebt. Und so verliebt und oberblöd äh… wie wir waren, beschlossen wir, händchenhaltend und plingplingguckend und sich irre angrinsend… wir haben nunmehr ein Geld! Wir teilen Bett (naja, Matratze, damals noch arme Studenten), dreckige Handtücher… und den ganzen Kram und nun auch das Geld miteinander. Sein Geld ist mein Geld und mein Geld ist sein Geld. Unser Geld. Ein Geld. Und als Ausdruck unser umfassenden Plingplingverliebtheit nahmen wir das Haushaltsbuch und änderten die drei Spalten (sie, er, ich) in zwei Spalten: sie, er&ich. Echt jetzt. Kein Scherz. Wir waren halt jung und blöd… äh verliebt 😎

Meine Freundin kam von der Uni nach Hause und wir strahlten sie an, schau mal, was wir gemacht haben, wir teilen jetzt alles miteinander, wir haben jetzt ein Geld… natürlich bemerkte sie sofort, dass unser Verstand plingplingmäßig ausgesetzt hatte und die Fähigkeit zu rechnen kurzfristig abhanden gekommen war. Wir ließen uns durch nichts überzeugen, ein Geld ist ein Geld und also haben wir nur eine Spalte und nicht mehr zwei. Wir gehören zusammen und Menschen, die zusammen gehören, haben keine zwei Spalten. Das ist unsinnig. Verliebte gehören in eine Spalte. Das ist eine Plingplingwahrheit. Das ist so. Gesetz!

Mit Mühe konnte sie uns davon überzeugen, dass sie von drei gekauften Äpfeln nur einen zu zahlen bereit ist, es dauerte eine Weile, bis wir begriffen, dass eine gemeinsame Spalte nicht das Einmaleins außer Kraft setzt, und wenn wir uns noch so spaltenmäßig lieben 😎

Wir haben, wieder in die Normalität zurück gekehrt, noch Jahre über diese Geschichte herzhaft gelacht. Seit dem ist „ein Geld“ das Synonym für zusammenkleben ohne die Realität zu sehen.

Die Ehe hat übrigens nicht gehalten. Lag aber nicht an dem ein Geld und auch nicht an zwei Geld 😉 wir passten einfach nicht so recht zusammen. Das ist so lange her, dass ich vieles wirklich nicht mehr weiß. Wie auch immer, zusammen kleben kommt für mich nicht mehr infrage. Dann schon eher das französische Model.

Meinem Freund geht es übrigens ähnlich, zwar aus völlig anderen Gründen, aber kleben ist auch für ihn völlig undenkbar geworden. Das hat sich ja nun wunderbar getroffen, zwei Antiklebies 😛 die jeweils ihre eigene Spalte behalten wollen 😎

Aber eins kann ich Euch verraten, wenn man jung ist, dann ist man manchmal wirklich blöd 😫 wenn es auch wunderbar war 😎 einmal so richtig blöd sein darf man im Leben, das gehört einfach dazu!!

mein Freund hat es gut 😎

Das sagt er immer wieder selber, das schicke ich vorweg 😉 dass er es gut hat, nämlich weil ich so gerne koche und er also in den Genuss des bekocht werdens kommt 😋 Es stimmt, ich bin eine leidenschaftliche Köchin, für mich gibt es nichts schöneres, als in der Küche mit Lebensmitteln rumzuhantieren, zu schnippeln, zu brutscheln, zu rühren, zu kneten… mit nie nachlassender Begeisterung stehe ich inmitten meiner vielen vielen Küchenutensilien und werkele herum.

Und demnächst auch mit einer Tajine. Ich wusste gar nicht, dass es dieses Ding gibt. Gefunden habe ich es, wo auch sonst, als ich im Internet nach Rezepten suchte. Es ist so ähnlich wie ein Römertopf, nur ein bisschen anders 😜 und mir liegen solche Gerichte ja sowieso. Ich sehe uns schon im Sommer auf dem Balkon sitzen, die mit Köstlichkeiten gefüllte Tajine zwischen uns, und das Leben genießen!

Aber erst einmal wird gepilgert, nein, nicht ich, mein Freund. Er geht einen Monat den Camino del Norte entlang, hat schon reichlich Reisefieber und freut sich über diese lange Auszeit. Und damit er auch ja wieder kommt, werde ich ihn noch ein wenig verwöhnen 😎 dafür eignet sich eine Tajine ja hervorragend. Leider nicht auf dem Balkon, aber ich glaube, das tut den Köstlichkeiten keinen Abbruch 😊

Und hier ein paar Impressionen aus meiner Küche:

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