es kehrt etwas Ruhe ein

Ihr Lieben, ich habe mich entschlossen, diesen Blog derzeit ruhen zu lassen. Da man seine Vergangenheit bekanntlich nicht löschen kann 😜 und ich dies auch gar nicht will, bleibt er so, wie er ist, einfach mal da. Vielleicht mache ich dereinst weiter. Vielleicht… jedenfalls sind meine PortGeschichten aktiv, wenn ich auch hoffe, dass der Krebs es eben nicht ist sonder wegbleiben möge, doch wenn man einmal an Krebs erkrankte, dann bleibt das immer Thema. Mal mehr, mal weniger, aber es bleibt.

Sollte sich das mal ändern, kann ich ja hier wieder weiter machen, bis dahin gilt:

see you on PortGeschichten 😎

warum…

…sind wir nicht, wie alle sind, verlieben uns ineinander und ziehen gefälligst zusammen, in ein schönes Häuschen und teilen Tisch und Bett, Rente und dreckige Handtücher, ich mach die Wäsche und er betankt das gemeinsame Auto? Warum um alles in der Welt müssen wir das „französische Modell“ leben, ist doch viel teurer mit zwei Wohnungen und wenn man sich sehen will, muss man sich verabreden…

Nein, nein und nochmals nein, ich will nie wieder „ein Geld“ haben! Ein Geld? Das muss ich Euch erzählen 😎

Ich war jung und frisch verliebt, das ist jetzt 33 Jahre her 😮 also sehr jung und verliebt. Mein damaliger Freund und späterer Ehemann und ich wohnten in einer Wohngemeinschaft, zusammen mit meiner Freundin. Und wir hatten ein Haushaltsbuch. Mit drei Spalten. Sie, er, ich. Wie das so ist in Wohngemeinschaften. Und wir waren so verliebt. Und so verliebt und oberblöd äh… wie wir waren, beschlossen wir, händchenhaltend und plingplingguckend und sich irre angrinsend… wir haben nunmehr ein Geld! Wir teilen Bett (naja, Matratze, damals noch arme Studenten), dreckige Handtücher… und den ganzen Kram und nun auch das Geld miteinander. Sein Geld ist mein Geld und mein Geld ist sein Geld. Unser Geld. Ein Geld. Und als Ausdruck unser umfassenden Plingplingverliebtheit nahmen wir das Haushaltsbuch und änderten die drei Spalten (sie, er, ich) in zwei Spalten: sie, er&ich. Echt jetzt. Kein Scherz. Wir waren halt jung und blöd… äh verliebt 😎

Meine Freundin kam von der Uni nach Hause und wir strahlten sie an, schau mal, was wir gemacht haben, wir teilen jetzt alles miteinander, wir haben jetzt ein Geld… natürlich bemerkte sie sofort, dass unser Verstand plingplingmäßig ausgesetzt hatte und die Fähigkeit zu rechnen kurzfristig abhanden gekommen war. Wir ließen uns durch nichts überzeugen, ein Geld ist ein Geld und also haben wir nur eine Spalte und nicht mehr zwei. Wir gehören zusammen und Menschen, die zusammen gehören, haben keine zwei Spalten. Das ist unsinnig. Verliebte gehören in eine Spalte. Das ist eine Plingplingwahrheit. Das ist so. Gesetz!

Mit Mühe konnte sie uns davon überzeugen, dass sie von drei gekauften Äpfeln nur einen zu zahlen bereit ist, es dauerte eine Weile, bis wir begriffen, dass eine gemeinsame Spalte nicht das Einmaleins außer Kraft setzt, und wenn wir uns noch so spaltenmäßig lieben 😎

Wir haben, wieder in die Normalität zurück gekehrt, noch Jahre über diese Geschichte herzhaft gelacht. Seit dem ist „ein Geld“ das Synonym für zusammenkleben ohne die Realität zu sehen.

Die Ehe hat übrigens nicht gehalten. Lag aber nicht an dem ein Geld und auch nicht an zwei Geld 😉 wir passten einfach nicht so recht zusammen. Das ist so lange her, dass ich vieles wirklich nicht mehr weiß. Wie auch immer, zusammen kleben kommt für mich nicht mehr infrage. Dann schon eher das französische Model.

Meinem Freund geht es übrigens ähnlich, zwar aus völlig anderen Gründen, aber kleben ist auch für ihn völlig undenkbar geworden. Das hat sich ja nun wunderbar getroffen, zwei Antiklebies 😛 die jeweils ihre eigene Spalte behalten wollen 😎

Aber eins kann ich Euch verraten, wenn man jung ist, dann ist man manchmal wirklich blöd 😫 wenn es auch wunderbar war 😎 einmal so richtig blöd sein darf man im Leben, das gehört einfach dazu!!

mein Freund hat es gut 😎

Das sagt er immer wieder selber, das schicke ich vorweg 😉 dass er es gut hat, nämlich weil ich so gerne koche und er also in den Genuss des bekocht werdens kommt 😋 Es stimmt, ich bin eine leidenschaftliche Köchin, für mich gibt es nichts schöneres, als in der Küche mit Lebensmitteln rumzuhantieren, zu schnippeln, zu brutscheln, zu rühren, zu kneten… mit nie nachlassender Begeisterung stehe ich inmitten meiner vielen vielen Küchenutensilien und werkele herum.

Und demnächst auch mit einer Tajine. Ich wusste gar nicht, dass es dieses Ding gibt. Gefunden habe ich es, wo auch sonst, als ich im Internet nach Rezepten suchte. Es ist so ähnlich wie ein Römertopf, nur ein bisschen anders 😜 und mir liegen solche Gerichte ja sowieso. Ich sehe uns schon im Sommer auf dem Balkon sitzen, die mit Köstlichkeiten gefüllte Tajine zwischen uns, und das Leben genießen!

Aber erst einmal wird gepilgert, nein, nicht ich, mein Freund. Er geht einen Monat den Camino del Norte entlang, hat schon reichlich Reisefieber und freut sich über diese lange Auszeit. Und damit er auch ja wieder kommt, werde ich ihn noch ein wenig verwöhnen 😎 dafür eignet sich eine Tajine ja hervorragend. Leider nicht auf dem Balkon, aber ich glaube, das tut den Köstlichkeiten keinen Abbruch 😊

Und hier ein paar Impressionen aus meiner Küche:

Weiterlesen „mein Freund hat es gut 😎“

Wohngedanken

Ein Foto aus dem Moselurlaub

das hat mir damals so gut gefallen und ich stelle mir immer vor, wie wohnt der Mensch dort, der da wohnt 😉 wie geht es ihm, was macht er so, wie sieht die Wohnung aus. Und dann stelle ich mir vor, wie es wäre, wenn ich dort wohnte. Und dann habe ich gedacht, naja, die Treppen…

😉 im Ernst, wenn man älter wird, dann hupft man nicht mehr so einfach die Treppen rauf und runter irgendwie wird das alles unbequemer. Wenn ich mir vorstelle, meine Kocheinkäufe da hochschleppen… boah neeeeeee 😉

Naja, darum bin ich ja auch in meinem Haus, was nicht mehr mein Haus ist, nach unten in die Wohnung gezogen. Irgendwie ist mir ein ganzes Haus zu viel geworden. Und bald klärt es sich, wer nun da einzieht und dann ist auch wieder Leben in der Bude. Ein leeres Haus ist kein schönes Haus, Häuser müssen voll sein. Da müssen Menschen drin sein. Da muss man Lachen hören.

Gut, soviel zu diesem Bild. Es kommen noch mehr, ich sortiere grad meine Bildersammlung auf meinem iPad. Ich bin nämlich bei meinem Liebsten in der Stadtwohnung und wenn man frei hat, weil Frei-Tag ist 😉 weil ich Freitags immer Frei-Tag habe 😉 dann hat man Zeit für sowas. Außerdem ist das Wetter so usselig, da geht man eh nicht gerne vor die Türe 😦

immer wieder loslassen

Ich kann das Loslassen nicht loslassen 😉 jedenfalls denke ich derzeit viel über loslassen nach. Gestern abend hatten mein Freund und ich ein langes Gespräch darüber. Was wir loslassen müssen, was wir im Laufe unseres Lebens schon alles haben loslassen müssen, wollen. Gewohnheiten. Menschen. Möbel. Wohnungen… da kommt eine Latte zusammen.

Auf dem Bild ist Sperrmüll zu sehen, den ich kurz vor meinem Urlaub noch entsorgt habe. Da sind Dinge bei, von denen ich nicht glaubte, mich jemals davon zu trennen. Die mir mal wichtig waren. Die auch mit Menschen zusammenhingen, die mir wichtig waren. Es immer noch sind. Auch wenn sie, wie meine Tante, lange nicht mehr leben.

Die Vergangenheit hinter sich lassen. Hört sich paradox an. Weil sie liegt ja schon hinter einem 😉 aber sie kann noch verdammt präsent sein und die Gegenwart erschweren. Loslassen. Es war ein seltsames Gefühl, als mein Freund mit seinem Sohn diese Dinge an mir vorbeitrug, sie haben mir geholfen, weil ich das alleine wirklich nicht mehr kann (auch etwas, wovon ich mich verabschieden musste), und bei jedem Teil war da so ein Stimmchen in mir, was hätte sagen mögen „ach das kann aber noch bleiben…“

Ich habe es loslassen können, letztendlich waren es nur alte Möbel 😉 aber sie hatten eine Bedeutung gehabt und die Menschen, mit denen ich das verband, waren mir sehr wichtig. Sind es immer noch. Aber ich habe nun ein neues Leben, in meinem Leben gibt es einen neuen Mann. Der mir sehr wichtig ist. Und, seit vielen Jahren, sage ich wieder den Satz: ich möchte nicht mehr ohne Dich!

Das mir das noch mal über die Lippen kommt… 😉

Mein Leben mit Krebs

Heute war ich bei meiner Psychoonkologin, und wieder habe ich gemerkt, es war eine der richtigsten Entscheidungen in meinem Leben, eine solche Therapie zu machen! Ich weiß, richtiger als richtig geht nicht, aber das ist doppelplusrichtig 😉 Wer erinnert sich noch an George Orwell? Wie auch immer, ich habe meine Krankheit in mein Leben integriert, sie gehört zu mir, wie so vieles zu mir gehört, was mir nicht unbedingt gefällt. Ich hoffe, ich bleibe gesund, werde gesund, bleibe es, wie immer man es ausdrücken will, aber ich hoffe es. Mein Professor sagte mir, drei Jahre nach der OP so gute Ergebnisse, ich hätte die Chance, wieder ganz gesund zu werden. Aber wie schnell das alles kippen kann, das wissen wir ja nun. Ich hoffe, er hat Recht. Jedenfalls wünsche ich es mir.

Zu meinem Leben gehört nun meine Krebserkrankung dazu und sie ist nicht mehr das zentrale Thema in meinem Leben. Darum werde ich mich jetzt vermehrt hier tummeln und nicht mehr da.

Es ändert sich grad vieles in meinem Leben, manchmal bin ich baff erstaunt, was mir auf meine alten Tage noch so passiert 😉 aber es ist wieder schön, mein Leben. Ich lebe wieder gerne. Ich lebe auf.

Und Sonntag, ja Sonntag, da kommt er wieder, er, mein kleiner Mitbewohner, meine geliebte Fellnase, mein Mixlein:

Streublümchengedanken

Streublümchen

Heute teste ich die neue Camera, die ich mir gekauft habe, Canon ixpixirgendwiefünfhundersowieso, die haben ja immer so dolle Namen, Männernamen sage ich, die denken sich sowas aus, ich weiß, wovon ich rede… 😉 aber sie ist schön, leicht, klein, gut, und sie hat WLAN und ich habe es doch tatsächlich geschaft, mit nur ein paar Wutanfällen, dieses Ding ans Netz zu kriegen. Jetzt kann ich von meinem kleinen feinen iPad aus bloggen, das ist doch was! Ich muss die Camera aber noch lernen, also seid nicht zu kritisch mit dem Foto, das ist erstmal nur ein WLAN-Testfoto 😉

Und jetzt gibbet Frühstück!

Wünsche allen da draußen im Weltweitnetz einen schönen Tag!!

alles Bio oder was?

Klar das!!

Also, ich meine, ich kaufe ja schon lange nicht mehr im Supermarkt an der Fleischtheke, aber jetzt will ich es auch mal los werden, wer da kauft, der trägt Mitverantwortung für das Leid der Tiere! INDUSTRIEFLEISCH IST HORROR!! Es gibt genug Quellen, die darüber berichten, was den Tieren angetan wird. Den Schweinen. Den Kälbern. Den Rindern. Den Puten. Den Hühnern. Und komme mir jetzt keiner mit dem Geldargument, Bio kann ich mir nicht leisten. Dann esst eben weniger. Wir essen sowieso zu viel Fleisch. Und es wird immer schlimmer. Jetzt kommen noch andere Kontinente hinzu, deren Fleischbedarf gedeckt werden will.

Da regen wir uns über diese bedauernswerten Delfine auf, die in dieser japanischen Bucht abgeschlachtet werden, und was wird hier in der Massentierhaltung gemacht?

Ich kann mich da immer wieder maßlos drüber aufregen. Ändern kann ich es nicht, aber ich kann aufhören, das Fleisch zu kaufen.

Und es muss auch nicht immer Bio sein, es gibt noch wirklich gute Metzger, wirklich gute Landwirte. Auch da findet man im Internet so einiges.

So, das musste mal raus. Ich wollte eigentlich was ganz anderes schreiben, aber nun bin ich da gelandet. Ich wollte was über Charlie schreiben. Und über die hübsche junge Frau, die mit der Vespa durch die USA gefahren ist und nun mit Charlie zusammen lebt.

Eigentlich. Aber nun ist es uneigentlich geworden 😉

vor 7 Jahren

Ich entmülle grad meine Blogs und lösche und erneuere, was man halt so macht im Leben, im echten wie im elektronischen, und da fand ich einen Traum, den ich am 7. Oktober vor 7 Jahren hatte, der ist so gut, den möchte ich Euch nicht vorenthalten. Das Foto ist übrigens nicht 7 Jahre alt, es ist recht aktuell, entstanden in meinem Büro, wir müssen doch für das Intranet ein Foto abliefern und da von mir nur noch ein altes asbachuraltes lange lange vor meiner Krankheit existierte, habe ich selber ein neues gemacht. Ich finde, es ist gut gelungen. Also für selbst gemacht und schräg gegrinst in einen alten Fotoknipsapparat finde ich, ist es doch recht gut gelungen. Da hocke ich in meinem Büro und trage meine recherchierten Fakten zusammen und bastele daraus mit schönen Worten einen schönen Bericht. Aber das ist eine andere Geschichte, hier geht es um meinen Traum von vor 7 Jahren:

“ – Das Häuten der Zwiebel –

Letzte Nacht hatte ich einen Traum, der war so echt, als ich wach wurde, fühlte es sich wirklich an wie erlebt. Aber es ging nicht um das Häuten der Zwiebel. Es ging um den Autor. In diesem Traum also war ich mit Günter Grass verheiratet und hatte gerade unser gemeinsames Kind geboren. Wir waren mit einigen anderen Menschen in einem alten Haus, hohe Decken, weite Räume, weitläufige Flure, viel dunkelbraunes Holz und weiß getünchte Wände.

In einem solchen Flur stand ich neben einem hohen, mit Gardienen behangenen Fenster an der Wand gelehnt und stillte das Kind an der rechten Brust. Dann betrat Günter Grass durch eine dunkle schwere Holztüre den weiten Flur, sah mich, lächelte, ihm folgten einige Literaten, wer es war, nahm ich nicht wahr, sie gingen über erhaben knarrende Holzdielen zur nächsten Besprechung. Er bog, bevor er an mir vorbei kam, in einen anderen Flur ab, hob seinen Stock an und meinte, vergiss die linke Brust nicht. Ich blickte auf das Kind hinunter, welches wohlig trank und dachte, ja, in der Tat, ich könnte wechseln und tat dies auch. Ich lächelte zurück, wir nickten uns beide an und er ging mit den anderen in den Flur hinein.

Ich stand noch eine Weile mit dem trinkenden Kind an der Wand, wurde von Leuten angesprochen, ob dies das Kind von Günter Grass sei, wie es dazu gekommen sei und was wir für Pläne hätten für unsere Zukunft. Alles fühlte sich so stimmig an, so richtig, ich fühlte mich in einer wunderbaren Mitte… …dann klingelte der Wecker. Schade, der Traum war wirklich richtig gut! Was er mir wohl sagen will?“

Heute verstehe ich ihn, den Traum, damals war er mir ein Rätsel.

Die, die ich bin

Was sagte mein Lalamann heute, ich habe einen Persönlichkeitskonflikt, der in frühester Kindheit verursacht wurde. Also er hat es natürlich nicht einfach nur so gesagt, ist ja ein Lalamann und kein Hellseher. Ich habe in den letzten drei Wochen einen Prozess durchlaufen, der mir die Tsunamieigenschaft meiner Familie bis ins Detail klar gemacht hat und wie ich darin verfangen bin. War. Ich war verfangen, ich habe es ENDLICH kapiert. Mir wird es noch oft passieren, nur verfangen bin ich nicht mehr. Weil ich nun darum weiß. Und gegensteuern kann. Und seit langem zünde ich mir in meinem Zimmer mal wieder ein Öllämpchen an. Das ist so schön. Es kommt langsam die Ruhe, die, die schon lange in mir war, die zu mir gehört, die ich aber nie leben durfte. Die ich erst jetzt entdecke.

Ein Lalamann ist übrigens ein Mann, mit dem Mann lalalalala redet, und zwar über sich selber. Also ein Mann, der das berufsmäßig macht, einen über sich reden lassen 😉 es gibt auch Lalafrauen, aber ich habe einen Lalamann 😉

Wenn am Morgen nach getaner Nacht
dunkle Wasser fließen sanft und sacht

die ganz tief aus deiner Seele sind gekommen
von einem Ort an dem dich niemand ernst genommen

wenn diese Zeiten sich im Fühlen fast verschieben
und du nicht weißt was ist von dir geblieben

sieh den Bachlauf an
der unverändert ist
nur was Wasser nicht

das fließt