mein Freund hat es gut 😎

Das sagt er immer wieder selber, das schicke ich vorweg 😉 dass er es gut hat, nämlich weil ich so gerne koche und er also in den Genuss des bekocht werdens kommt 😋 Es stimmt, ich bin eine leidenschaftliche Köchin, für mich gibt es nichts schöneres, als in der Küche mit Lebensmitteln rumzuhantieren, zu schnippeln, zu brutscheln, zu rühren, zu kneten… mit nie nachlassender Begeisterung stehe ich inmitten meiner vielen vielen Küchenutensilien und werkele herum.

Und demnächst auch mit einer Tajine. Ich wusste gar nicht, dass es dieses Ding gibt. Gefunden habe ich es, wo auch sonst, als ich im Internet nach Rezepten suchte. Es ist so ähnlich wie ein Römertopf, nur ein bisschen anders 😜 und mir liegen solche Gerichte ja sowieso. Ich sehe uns schon im Sommer auf dem Balkon sitzen, die mit Köstlichkeiten gefüllte Tajine zwischen uns, und das Leben genießen!

Aber erst einmal wird gepilgert, nein, nicht ich, mein Freund. Er geht einen Monat den Camino del Norte entlang, hat schon reichlich Reisefieber und freut sich über diese lange Auszeit. Und damit er auch ja wieder kommt, werde ich ihn noch ein wenig verwöhnen 😎 dafür eignet sich eine Tajine ja hervorragend. Leider nicht auf dem Balkon, aber ich glaube, das tut den Köstlichkeiten keinen Abbruch 😊

Und hier ein paar Impressionen aus meiner Küche:

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Abschiede

Heute denke ich über Abschiede nach, nein, stimmt nicht, ich denke schon länger darüber nach. Es hat mit meinem Großelternhaus zu tun, dem Haus, in dem ich lebe, was ich verschenkt habe Ende letzten Jahres. Und was doch immer mir gehört. Weil ich dort zu Hause bin. Ich glaube, es wird, egal wo ich bin, immer mein zu Hause bleiben. Und es hat mit meiner Mutter zu tun.

Dort, bei meinen Großeltern, habe ich eine sehr glückliche Kindheit verbracht. Meine Mutter ist ab und an auch in meinen Erinnerungen, aber nur sehr schemenhaft, das meiste habe ich wohl verdrängt, weil es nicht schön war. Ich hatte es schwer mit meiner Mutter, aber da bin ich nicht die einzige, mit ihr hatten es viele Menschen schwer. Und natürlich habe ich sie geliebt, sie war meine Mutter. Ich hatte nur diese eine und ich wollte sie lieben. Sie liebte mich auch, aber ihr schweres Schicksal hat so viele Verkrustungen auf ihrer Seele hinterlassen, dass es manchmal unmöglich war, davon etwas zu spüren.
Anfang des Jahres habe ich meine Mutter aus diesem Leben verabschiedet, sie war schon lange nicht mehr da, der Alzheimer hatte sie mit fortgenommen, aber er hatte, zu Beginn ihrer Erkrankung, auch das Böse fortgenommen und so bin ich dem Schicksal dankbar, meine Mutter einmal anders erlebt zu haben. So, wie ich mir immer eine Mutter wünschte. Kurz war unsere schöne Zeit und geprägt von ihrer immer weiter fortschreitenden Krankheit, aber sie brachte uns näher, als wir jemals einander waren.
Im Sarg, in dem sie lag und wo ich sie ein letztes Mal besuchte, fiel alles ab. Alles, was uns belastete, fiel ab. Ich habe sie in Frieden gehen lassen können. Und es war gut so.
Dieses Haus, mein zu Hause, verbinde ich nicht mit meiner Mutter, es ist nicht ihr Platz und vielleicht war es das auch nie. Sie hat sich dann mit Vater ein eigenes Haus gebaut, da habe ich sie spüren können, doch bei „mir“ zu Hause nie.
Gestern war sie allerdings bei mir, ich trug ihren großen Ring, ich brauchte ihren Schutz, bei den vielen Untersuchungen, die anstanden, die meine Mutter auch hat durchmachen müssen. So schwierig es auch war in unserem Leben, wir haben viele Dinge geteilt. Gute und schlechte. Sie war dabei, als ich die guten Ergebnisse bekam, sie war in meinen Gedanken.
Sie war meine Mutter.